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Dollgow dankt für die Ernte

24.09.2016 | Dollgow

Wenn in Dollgow gefeiert wird, dann richtig. Mehrere Tausend Besucher vergnügten sich am Sonnabend in dem kleinen märkischen Ort. Bestaunt und bejubelt wurden die farbenfrohen Umzugswagen ebenso wie das vielfältige Angebot an den Marktständen entlang der Dorfstraße.
Das sind die besten Plätze: Die Feen, Hexen, Zwerge und Wichtel haben den besten Überblick über das Geschehen beim Dollgower Erntedankfest.

Souverän begrüßten Wolfgang Kielblock und Tochter Solvig Schwarz auf ihrem Hochstand im Dorfzentrum die Teilnehmer und erklärten den Gästen, woher der Wagen stammt, wer ihn geschmückt oder dem Oldtimer wieder zu neuem Glanz verholfen hat. Mit der Startnummer 58 beschloss Senior Herbert Neumann auf seinem Fahrrad den Corso.

Die Palette der Attraktionen war vielfältig. Wer, wie Maike Wiener und ihr Mann, die aus Berlin angereist waren, gezielt nach einheimischen Produkten suchen wollte, wurde entlang der Dorfstraße fündig. Von frischem Obst über Blumen, Honig bis hin zu Kartoffelspezialitäten war alles zu finden und das Fachsimpeln ausdrücklich erwünscht, wie Kay Gericke aus Zabelsdorf erklärte. Der Straßenmeister baut im heimischen Garten und auf dem Feld Kartoffeln an - kleine, große, weiße, gelbe und sogar lilafarbene. "Manche Kinder mögen lila Kartoffelpüree", sagt Gericke und lacht. An seinem Stand vor der Kirche präsentierte er 65 verschiedene Sorten, 35 davon immerhin aus eigenen Anbau. "Ich will die Leute neugierig machen und freue mich, wenn Fragen gestellt werden. Außerdem ist es Kontaktpflege, weil ich hier Gleichgesinnte treffe", erklärt er weiter.

Fragen beantwortet auch Dr. Lothar Noziczka gerne. Doch es geht weder um medizinische noch landwirtschaftliche Themen. Der Wittstocker ist mit einem Wartburg, Baujahr 1965, nach Dolgow gekommen. Hier ist er nun neben anderen Oldtimern zu bestaunen. "Das Fahrzeug ist ein Stück unserer Geschichte, deshalb will ich es bewahren", so Noziczka. Zu solchen Treffen wie dem in Dollgow fährt er, um Kontakte zu knüpfen, denn Ersatzteile seien immer schwieriger zu bekommen.

Auch um Altes geht es auf dem Festplatz hinter der Kirche. Dort hat der Dolgower Heimatverein alte Gerätschaften aus der Land- und Forstwirtschaft ausgestellt. Das Tolle daran, ob Dreschmaschine, Mühle oder Kartoffelklapper, sie funktionieren und werden den Besuchern vorgeführt. Die Jugendlichen Anton Hoffmann, Chris Weil und Even Hoffmann dürfen sich sogar an den Dreschflegeln versuchen. Es ist gar nicht so einfach, das Holz auf das Stroh niedersausen zu lassen, ohne die anderen Drescher zu treffen. Doch nach knapp fünf Minuten ist zu sehen, dass sie ihre Arbeit gut gemacht haben. Auf dem Boden liegen die Körner, die nun in Eimer gefüllt werden, denn nebenan werden diese gleich noch gemahlen. Das Fazit von Anton Hoffmann: "Das geht ganz schön auf die Arme und den Rücken."

Wenige Meter weiter werden alte Sägetechniken vorgeführt. Die Mitarbeiter des Forstbetriebes Hacker aus Binenwalde zeigen, wie früher Holz gespalten wurde. "Die Fort- und Holzwirtschaft war immer ein Teil des Lebens im Dorf", so Heinz Hoffmann vom Heimatverein.

Doch auch diejenigen, die einfach nur Spaß haben wollen, kommen in Dollgow voll auf ihre Kosten. Für die Kleinen gibt es Rutschen und Hüpfeburg, besonders beliebt ist das Bungee-Springen. Die Großen können sich derweil an einem der vielen Stände stärken oder bei dem Sommerwetter mit einem kühlen Getränk erfrischen. "Zehn kleine Jägermeister" kredenzen den Gästen dazu beispielsweise die "Griebener Disteln" und werden für ihren Auftritt mit viel Beifall belohnt.

 

 

anbei noch ein paar Einblicke: www.moz.de/galerie/uebersicht/g3/241326//0/ 

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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