Landtagsabgeordnete wollen Kreisel sehen

08.07.2016 | Neuruppin

Jetzt ist es offiziell: Der Petitionsausschuss des Landtages wird sich so schnell wie möglich bei einem Vor-Ort-Termin in Neuruppin mit dem Zustand des Kreisverkehrs an der Neustädter Straße beschäftigen. Ausschusschef Henryk Wichmann (CDU) hatte das Thema am Montag kurzfristig auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt. Einstimmig haben die Mitglieder hinter verschlossenen Türen für eine Beratung in Neuruppin gestimmt, bestätigte Wichmann jetzt.

Die Landtagsabgeordneten wollen sich in Neuruppin von Vertretern des Landesstraßenbetriebs und der Landesregierung erklären lassen, warum ein Umbau aus Sicht des Landes jetzt unbedingt erforderlich ist. Der Landesbetrieb soll eigentlich Ende August oder Anfang September beginnen, den jetzigen Kreisverkehr abzureißen und ihn von Grund an neu zu bauen. Statt bisher 70 Meter soll er danach nur noch einen Durchmesser von 40 Meter haben. Die geplante Verkleinerung sorgt in Neuruppin bei einigen Bürgern für Unverständnis. Allen voran macht Neuruppins einstiger Tiefbauamtsleiter Manfred Krell gegen die Pläne des Landes mobil. Er ist überzeugt, dass der Kreisel gar nicht neu gebaut werden muss, sondern eine Sanierung genügt. Auch eine Verkleinerung lehnt Krell als Geldverschwendung ab. Nach seiner Rechnung würde eine Sanierung der kompletten Asphaltschicht rund 400 000 Euro kosten.

Der Landesstraßenbetrieb widerspricht vehement. Eine Sanierung des Asphaltes würde nicht ausreichen, hatte Dezernatsleiter Frank Schmidt mehrfach erklärt. Nach einem Gutachten müsste auch der Unterbau erneuert werden. Laut der Fachleute des Landesbetriebs kostet das rund 1,2 Millionen Euro bei einem 40-Meter-Kreisel und mehrere Hunderttausend Euro zusätzlich, wenn der Kreisel so groß wie jetzt bleiben würde. Wegen Vorschriften des Bundes seien 70 Meter Durchmesser aber gar nicht mehr erlaubt. Im Petitionsausschuss gibt es indes nicht nur Zweifel an der geplanten Verkleinerung.

Henryk Wichmann zweifelt sogar, ob der Kreisel jetzt überhaupt saniert werden muss. Der CDU-Mann hatte sich die Straße vor Kurzem selbst angesehen und weder Risse in der Fahrbahn, noch Schlaglöcher oder Dellen entdecken können. Weshalb müssen dort mehr als eine Million Euro ausgegeben werden, während viel schlechtere Straßen nicht repariert werden? Wichmann:„Das kann man den Bürgern nicht vermitteln.“ Der Petitionsausschuss könnte die Landesregierung auffordern, die gesamte Sanierung um mehrere Jahre zu verschieben.

Quelle: Dieser Artikel erschien im Ruppiner Tageblatt.

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