Umstrittener Kreisel: Bau bis Juli 2017

19.07.2016 | Neuruppin

Der Petitionsausschuss des Landtages kann sich doch nicht mehr im Juli ein Bild vom geplanten Umbau des Kreisverkehrs in der Neustädter Straße in Neuruppin machen. Der CDU-Abgeordnete Henryk Wichmann, Vorsitzender des Ausschusses, hatte auf einen Vor-Ort-Termin am Freitag gehofft. Der musste nun aber kurzfristig abgesagt werden, weil die Fachleute des Landes den Termin nicht wahrnehmen können. Nicht nur der Landtag hat inzwischen offiziell Sommerferien, auch in den Ministerien herrscht Urlaubszeit.

Der Landesbetrieb für Straßenwesen will den Kreisverkehr an der Kreuzung von Neustädter Straße und Heinrich-Rau-Straße abreißen und völlig neu bauen lassen. Dabei soll der Durchmesser von jetzt 70 Meter auf 40 Meter verkleinert werden. Etliche Neuruppiner halten das Vorhaben für Geldverschwendung, angefeuert von Neuruppins früherem Tiefbauamtsleiter Manfred Krell. Er ist überzeugt, dass ein Abriss des Kreisels nicht nötig ist und eine viel billigere Sanierung der Fahrbahn ausreichen würde. Der Unterbau sei noch gut in Schuss.

Landesbetrieb bleibt dabei, dass ein Neubau nötig ist

Der Landesbetrieb widerspricht vehement und verweist auf ein Gutachten, wonach auch die Tragschicht erneuert werden müsste. Eine Sanierung komme einem Neubau gleich. Und bei einem Neubau schreibe der Bund vor, dass Kreisel nur 40 Meter groß sein dürfen, argumentiert das Land.

Der Petitionsausschuss will nun klären, ob die geplante Investition von 1,2 Millionen Euro für einen neuen Kreisverkehrs wirklich nötig sind. Dazu wollen die Abgeordneten die Sicht der Experten des Landes vor Ort hören. Diese Termin kommt nun aber frühestens am 6. September zustande. Die Zeit ist knapp, falls die Abgeordneten tatsächlich noch Einfluss auf das Vorhaben nehmen wollen. Gerade hat das Land die Ausschreibung des Bauvorhabens veröffentlicht.

Demnach soll der Umbau des Kreisels am 17. Oktober beginnen – wenn auch erst einmal mit den Arbeiten, die den Verkehr nicht direkt stören. Der eigentliche Bau an der Fahrbahn ist erst nach dem Winter geplant, die Fertigstellung bis Ende Juli 2017.


Reparatur der schlimmsten Schäden kostet 2015 rund 87 000 Euro

Henryk Wichmann zweifelt indes, ob eine Sanierung der Fahrbahn überhaupt nötig ist. Wesentliche Schäden konnte er bei einem Termin in Neuruppin nicht erkennen. Der Landesbetrieb hatte im Herbst 2015 noch einmal knapp 87 000 Euro ausgegeben, um die Fahrbahn so flicken zu lassen, dass sie bis zum geplanten Umbau hält. Kritiker der Landespläne sind der Meinung, dass diese Notreparatur doch eigentlich für die nächsten Jahre ausreicht.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.

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