Bevölkerung ist viel klüger

11.09.2017 | Gransee

Henryk Wichmann bleibt dran am Thema Kreisreform. Heißt: Der Landtagsabgeordnete der CDU rührt weiter die Werbetrommel gegen die Pläne der Landesregierung. Die erste Stufe des Protestes haben die Gegner genommen. 129 464 Unterschriften gingen bei der Volksinitiative ein, 20 000 hätten bereits genügt (Oberhavel würde aber selbstständig bleiben). "Da die Regierung an den Reformplänen festhält, beginnen wir jetzt mit der zweiten Stufe.", so Wichmann. Er ruft zum Volksbegehren auf.

Seit dem 29. August läuft das Begehren. Sechs Monate lang haben alle die, die die Strukturen behalten wollen, Zeit ihre Stimme abzugeben. "Bei einer Reform kommt für den Bürger nichts raus", wettert Wichmann. Er nennt ein Beispiel. Der Landkreis Uckermark und Barnim sollen entsprechend der Pläne der Landesregierung zusammen gelegt werden. Die Fläche nach der Fusion wäre größer als die von Bremen, Hamburg, Berlin und dem Saarland zusammen. "Ich halte das für einen Zentralisierungswahn! Für einen Anschlag auf die kommunale Selbstverwaltung.

Je kleiner die Einheiten, umso überschaubarer ist alles. In Bayern hätten die Kreise eine Größe von 90 000 Einwohnern, hier sollen es 200 000 sein." Er bringt noch mehr Zahlen ins Spiel. 600 Millionen Euro werde eine Reform kosten. "Das Geld soll in die Infrastruktur des Landes gesteckt werden, zum Beispiel ins Mobilfunknetz, oder dass die Verwaltungen fit gemacht werden."

80 000 Unterschriften sind beim Volksbegehren nötig. "Deshalb bitte ich alle: Geht in die Rathäuser und stoppt die Kreisreform." Dort liegen Formulare, die laut Wichmann komliziert gestaltet wurden. "Aber die Bevölkerung ist klüger als die Regierung denkt. Deshalb werden wir auch die nächste Hürde nehmen."

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Gransee Zeitung.

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