Ende des Dauerstaus: Kreisel ist fast fertig

07.07.2017 | Neuruppin

Lange und heftig war das Projekt umstritten – jetzt ist der neue Kreisverkehr an der B 167 in Neuruppin so gut wie fertig. In den nächsten Tagen soll die Bundesstraße nach neun Monaten Bauzeit wieder freigegeben werden. Selbst der Petitionsausschuss des Landtages hatte am Sinn des 1,6-Millionen-Euro-Projektes arge Zweifel, musste es aber hinnehmen.
Seit Monaten stehen Autofahrer in Neuruppin gefühlt im Dauerstau. Seit dem Herbst ist die B 167 gesperrt; sämtliche Fahrzeuge der Bundesstraße werden durch die Stadt umgeleitet. Inzwischen ist auch noch die Umfahrung durch die Thomas-Mann-Straße dicht. Das verschärft die Lage zusätzlich, vor allem auf der Fehrbelliner und der Franz-Künstler-Straße. Doch jetzt ist ein Ende in Sicht. In wenigen Tagen soll die Bundesstraße für den Verkehr wieder freigegeben werden. Ein genaues Datum konnte Frank Schmidt vom Landesstraßenbetrieb am Donnerstag zwar nicht nennen. „Die Arbeiten werden auf jeden Fall noch im Juli abgeschlossen“, bestätigte er aber.

In den vergangenen Monaten hat die Firma Eurovia/VBU aus Lindow den Kreisel an der Kreuzung Neustädter Straße und Heinrich-Rau-Straße abgerissen und eine neuen gebaut. Gerade werden dort Restarbeiten erledigt. Die Straßenbauer waren am Donnerstag dabei, die abschließende Deckschicht auf die neue Fahrbahn des Kreisverkehrs aufzubringen. Im Gegensatz zu den anderen Kreiseln in Neuruppin wird dieser nur einen durchgehenden Belag aus Asphalt bekommen. Üblicherweise wurde bei Kreiseln bisher im Inneren ein breiter Streifen aus Steinen gepflastert. Der soll normalerweise von Autos nicht überfahren werden; lange Lastwagen brauchen ihn aber oft, um in den engen Kurven besser manövrieren zu können.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich Pflastersteine unter dem Druck der schweren Fahrzeuge oft lösen. Deshalb wird auch dieser Streifen im neuen Kreisel aus Asphalt bestehen. Mit einem Drahtgitter prägen Straßenbauer ein Muster in die Deckschicht, das Autofahrern signalisieren soll, dort nicht zu fahren.

Wo die Fahrbahn schon fertig ist, bringt eine Firma seit am Donnerstag bereits die neue Fahrbahnmarkierung auf. Parallel dazu sind Pflasterer dabei, in den Randbereichen die letzten Granitsteine zu verlegen. „Die Arbeiten liegen im Plan“, sagt Frank Schmidt, und die Kosten auch. „Die Baupreise sind zwar überall gestiegen“, bestätigt er, was andere Auftraggeber wie die Stadt Neuruppin zuletzt deutlich zu spüren bekommen haben. Doch der Kreiselbau sei nicht betroffen. Schmidt: „Wir haben ja einen Bauvertrag.“ Rund 1,6 Millionen Euro hatte das Land zuletzt eingeplant.


Petitionsausschuss des Landtags konnte das Projekt nicht ändern

Der Bau des Kreisverkehrs war heftig umstritten. Viele Bürger können nicht verstehen, weshalb das Land den alten, 70 Meter großen Kreisel durch einen kleineren ersetzen lässt. Auch im Petitionsausschuss des Landtages gab es erhebliche Zweifel am Sinn des Umbaus. Doch ändern konnten die Landtagsabgeordneten am Vorhaben des Landesstraßenbetriebs nichts. Noch während sie über Zahlen und Daten diskutierten, schuf das Land Fakten und startete mit dem Umbau.

Auch dem Petitionsausschuss blieb letztlich nichts übrig, als das hinzunehmen. „Wir können die Landesregierung nicht zwingen, etwas zu ändern“, sagt Ausschusschef Henryk Wichmann (CDU). Immerhin habe Verkehrsministerin Kathrin Schneider eingeräumt, dass der Umgang mit den Petitionen der Bürger in diesem Fall nicht gut gelaufen ist. Für die Zukunft habe sie Besserung gelobt, so Wichmann. Folgen für das Projekt in Neuruppin hat das nicht.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.

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