Erster Spatenstich für das neues Wasserwerk

21.11.2017 | Gransee

„Es ist der Moment, auf den wir lange gewartet haben“, verkündete Anke Freitag am Montag stolz: den ersten Spatenstich für das neue Wasserwerk in Gransee. Die Bauarbeiten beginnen mit diesem symbolischen Akt. Der Vorsteherin des Trink- und Abwasserverbandes (TAV) Lindow-Gransee war die Freude und Erleichterung anzusehen. Der überfällige Bau entsteht direkt vor den Toren der Stadt an der Bundesstraße 96 – aus Richtung Fürstenberg kommend auf der rechten Seite vor der „Raststätte“. In den nächsten Wochen soll – so das Wetter mitspielt – das Gelände erschlossen werden; Boden abgetragen, Zaun bauen und Wege für die Baufahrzeuge befestigen.

„Im Februar sollte dann der Hochbau beginnen“, sagt Axel Buchholz, Geschäftsführer der Neuruppiner Planungsfirma IWU Ingenieur-GmbH Wasser-Umwelt. Das Wasserwerk selbst wird 24 mal 12 Meter groß, die Filterhalle sieben Meter hoch. Sie gehört zum gesamten Gebäudeensemble, in das der Sozialtrakt für die fünf Mitarbeiter genauso integriert ist wie ein Nebengebäude für technisches Gerät. Auf dem Dach befinden sich begrünte Flächen und eine Photovoltaikanlage. Stellplätze für die Mitarbeiter-Fahrzeuge sind ebenso vorgesehen. Zwei Filterrückspülbecken befinden sich hinterm Gebäude. Brunnen liegen ein paar Meter weiter Richtung Geronsee. „Die Einfahrt von der B 96 wird etwas zurückgesetzt, damit die Fahrzeuge schnell von der Bundesstraße herunter sind“, so Buchholz. Die Fassade wird grau und mit Anthrazit abgesetzt. Anke Freitag unterstrich die Notwendigkeit des Baus. Das alte und sich noch im Betrieb befindliche Wasserwerk stamme aus dem Jahr 1906. Es sei mehrmals erweitert worden, zuletzt 1988/89. Die Leit- und Steuertechnik befinde sich auf dem Stand von 1992, die Gebläse seien von 1970. Die Filter aus dem Jahre 1989 wurden außerhalb des Wasserwerkes aufgestellt.

Das Wasserwerk, welches im Verbund mit dem in Keller zusammenarbeitet, sei an der Kapazitätsgrenze. Die einstufige Filtration würde durch die nicht abgeschlossene Mangan- und Ammoniumeliminierung negative Folgen an Rohrleitungen und Bauwerken hervorrufen. Der Leiter des Trinkwassers beim TAV, Axel Gutschmidt, freut sich unwahrscheinlich auf die Investition: „Wasserwerke werden ja nicht ständig gebaut. Es ist das erste, welches ich vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung begleiten darf.“ Die Zwei-Filter-Anlage, die entsteht, sei für hiesige Verhältnisse etwas Besonderes. Das treffe auch auf die Leittechnik zu, mit der das gesamte Trinkwassersystem des TAV überwacht werden könne. Der Bau kostet 1,7 Millionen Euro, 520 000 Euro Fördermittel seien, so Anke Freitag, beantragt. 1,18 Millionen Euro müssen über einen Kommunalkredit finanziert werden.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Gransee Zeitung.

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