Handynutzer können Funklöcher melden

19.05.2017 | Gransee

Für Henryk Wichmann gibt es zu viele weiße Flecken auf der Mobilfunknetzkarte. „Ich bin selbst frustrierter Handynutzer“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete. „Wenn ich von Lychen nach Fürstenberg unterwegs bin,habe ich keine Verbindung. Oder wenn ich mit dem Zug von Fürstenberg nach Berlin möchte, ist der Empfang schon bis auf den Weg nach Gransee weg“, stöhnt der Politiker, dessen Wahlkreis unter anderem Fürstenberg, Gransee, Zehdenick und Lychen umfasst.

Die Telekom würde immer Gründe präsentieren, warum das nicht geht. Das könne nicht sein. In anderen Ländern – zum Beispiel in Spanien – würden selbst entlegenste Orte, wo ein Mensch auf einen Quadratkilometer wohnt, mit einem stabilen LTE-Netz ausgestattet sein. „Hier – in einem der reichsten Länder – müssen wir drauf verzichten. Gerade in den ländlichen Regionen“, schnaubt Henryk Wichmann. Seine Partei hat gemeinsam mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag gestellt, dass der Landtag sich zu dem Ziel bekennt, einen Flächendeckende Mobilfunkversorgung im gesamten Land Brandenburg herzustellen und die Einführung eines 5G-Standards auch in der Fläche zu schaffen (MAZ berichtete). „Die Regierung sagt, dass wir eine 98-prozentige Abdeckung haben. Das sehe ich anders. Im Jahre 2017 muss es doch möglich sein, ein vernünftiges Netz zu haben, in dem man stabil telefonieren und Daten nutzen kann.“ Die CDU-Fraktion hat eine Homepage eingerichtet, auf der jeder Funklöcher melden und die Verbindungsqualität bewerten kann (www.funkloch-brandenburg.de). Bis gestern wurden schon 11 530 Hinweise abgegeben. „Bis September wollen wir auf diesen Weg Hinweise entgegen nehmen“, sagt Henryk Wichmann. „Da haben die Bürger die Plattform um sich Luft zu machen.“

Die beiden Fraktionen möchten sowohl die Landesregierung als auch die Netzbetreiber mit den erhobenen Daten konfrontieren. Bei einem runden Tisch „Mobilfunk“ sollten im Dialog mit den Netzbetreibern, der Bundesnetzagentur, den kommunalen Akteuren und den Nutzern konkrete Ansatzpunkte besprochen und konkrete Maßnahmen zur Schließung der weißen Flecken definiert werden. Für Wichmann seien diese Funklöcher gerade auf dem Land ein Standortnachteil. Die Menschen wollen aufs Land ziehen. Die Hälfte der Einwohner Brandenburgs lebe ohnehin schon auf dem Land. Dann müssten sie auch gute Bedingungen vorfinden. Dazu zählt er eine gute Mobilfunkverbindung und ein standesgemäßes ÖPNV-Netz. Wichmann: „Wir wollen mit der Aktion Druck auf die Landesregierung und die Netzbetreiber erhöhen.“

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Gransee Zeitung.

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