Keine weiterführende Schule

09.10.2017 | Fürstenberg

In Fürstenberg wird es keine weiterführende Schule geben. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Prüfung in den vergangenen Monaten. Die Fraktion Pro Fürstenberg hatte diese Prüfung im Januar dieses Jahres in Gang gebracht. In fünf Gesprächsrunden mit Vertretern verschiedener Gremien wurde der Wunsch erörtert. Der Kooperationsrat der Städte Fürstenberg/Havel, Gransee und Zehdenick besprach das Thema im Januar. Anfang März schalteten sich die Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann und Gordon Hoffmann (beide CDU) ein. Mitte März waren Isabell Vandré und Kathrin Dannenberg vor Ort; auch sie gehören dem Landtag an (Die Linke). Im Mai befassten sich die Hauptverwaltungsbeamten der drei Städte Fürstenberg, Gransee und Zehdenick mit der Schülerzahlprognose für die weiterführenden Schulen. Zu guter Letzt trafen sich in einer „Elefantenrunde“ Vertreter des Schulamtes, des Bildungsministeriums , des Landkreises , der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung. Die nüchterne Feststellung: In Fürstenberg wird es keine erweiterte Schule geben. Der Antrag der Fraktion Pro Fürstenberg zur Prüfung der Reaktivierung der Fürstenberger Gesamtschule ist damit abgearbeitet – mit einem negativen Ausgang. Die Werner-von-Siemens-Schule in Gransee (Oberschule) wird damit keine Entlastung erfahren. Reinhard Witzlau, Leiter der Siemensschule, hatte schon vor geraumer Zeit auf die Probleme aufmerksam gemacht. Seine Schule platze aus allen Nähten, hieß es. Seine Intention war, in Fürstenberg wieder schrittweise eine Oberschule einzuführen, damit sich die angespannte Schüler- und Raumsituation in Gransee und auch Zehdenick (Exin) entspanne. „Und für die Schüler würden kürzere Fahrzeiten entstehen“, sagte er im Zusammenhang mit der Schulentwicklungsplanung im Landkreis Oberhavel. Er hält die Schulschließung in Fürstenberg im Jahre 2006 für eine Fehlentscheidung.

„Entscheidend sind die Zahlen“, sagt der Fürstenberger Bürgermeister Robert Philipp. Es werde nur mit Zahlen von Fürstenberger Schülern gerechnet. Beispielsweise dürften Mädchen und Jungen aus Lychen nicht mit in die Rechnung einfließen. Es gebe erst dann eine Chance, wenn dauerhaft mindestens 50 Fürstenberger Kinder – also zwei Klassen – in die siebte Klasse kommen. Laut vorliegender Prognosen kämen die Fürstenberger beispielsweise für das kommende Schuljahr auf 31. Die höchste Zahl liege bei 37 (Schuljahr 2023), die niedrigste bei 13 (2028). „Es gibt keine reele Chance auf eine Oberschule in Fürstenberg“, zitiert Robert Philipp den Vertreter des Bildungsministeriums. Laut Gesetzeslage sei in Fürstenberg eine Oberschule nicht realisierbar. Eine Filiallösung wolle auch die Siemensschule Gransee nicht, von dieser Seite gibt es nach dem Vorstoß zur eventuellen Wiedereröffnung einen Rückzieher. Robert Philipp: „Das Thema ist erledigt, wir brauchen keine Hoffnung schöpfen.“

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.

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