Neuer Badesteg, altes Versicherungs-Risiko

25.05.2017 | Falkenhagen

Die Falkenhagener und ihre Gäste sind des Lobes voll für die Entscheidung der Gemeindevertreter, den maroden Badesteg am Schwarzen See abreißen und einen neuen bauen zu lassen. Das Land hat die im Herbst vorigen Jahres realisierten, nicht ganz billigen Arbeiten sogar gefördert. Doch die Falkenhagener Abgeordneten sind das Risiko damit nicht los geworden.
Idylle am See: Die Gemeinde Falkenhagen hat den einst maroden Steg an der Badestelle am Schwarzen See erneuern lassen - und ist damit versicherungstechnisch ein Risiko eingegangen.

"Der Kommunale Schadensausgleich will den Steg nicht versichern", erklärte Bürgermeisterin Bärbel Mede in der jüngsten Beratung des Gemeinderates unter Verweis auf ein Schreiben der Amtsdirektorin von Seelow-Land, Roswitha Thiede.

In dem informiert die Verwaltungschefin über die Haltung des Gemeindeversicherers in Sachen Badestege: Im Januar dieses Jahres hatte der KSA die Gemeinde Lychen aufgefordert, entweder einen Bademeister einzustellen oder ihre Badestege abzureißen. Nach dem öffentlichen Aufschrei - initiiert vom Lychener CDU-Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann - lenkte KSA-Chef Klaus Kocks zwar ein, erklärte gegenüber Medien: Kommunen seien nur in der Verantwortung, einen Bademeister einzustellen, wenn es sich um "bädertypische Anlagen", als Badeanstalten mit Steg, Sprunganlagen und Umkleidekabinen handele. Einzelne Stege sollen nicht darunter fallen.

Die Unsicherheit der Verantwortlichen ist damit dennoch nicht beseitigt. Zum einen, weil es keine schriftliche Bestätigung zur KSA-Auffassung gibt. Die fordert Henryk Wichmann ein. Stattdessen habe es "Warnungen vor weiteren Anlagen an Badestellen gegeben, die den Anschein von bädertypischer Architektur erwecken könnten", wie Roswitha Thiede auf Nachfrage sagt.

Die Amtsdirektorin ist mit der Situation unzufrieden, sagt: "Ich gehe davon aus, dass der neue Badesteg durch den KSA versichert ist". Im Schadensfall würden das aber letztlich die Gerichte entscheiden, weiß die Verwaltungschefin. Sie kennt auch bei einigen Amtskollegen in der Region die Sorge um den Versicherungs-Status im Zusammenhang mit öffentlichen Badestellen. "Das sind doch aber bei uns fast ohne Ausnahme naturbelassene Anlagen", so Thiede.

Die Falkenhagener Abgeordneten unterstützen Henryk Wichmanns Forderung nach Klarstellung durch den KSA ausdrücklich.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

zurück

Suche

Presse


Aktuelles


Herr Wichmann...

...aus der Dritten Reihe


Henryk Wichmann | Alle Rechte vorbehalten