Brandenburgs Bevölkerung wächst

11.01.2018 | Potsdam

Immer mehr Menschen ziehen nach Brandenburg. Die Gesamtbevölkerung stieg 2016 um 10 000 Menschen auf 2,495 Millionen an. Allerdings altern manche Regionen stärker als andere. 2016 zogen 20 900 mehr Menschen nach Brandenburg als abwanderten. Das ergibt der jüngste Bericht des Landesamtes für Statistik, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Außerdem wurden 20 900 Menschen in Brandenburg geboren. Auch das ist eine Rekordzahl. Allerdings starben knapp 31 000 Menschen. Damit ist der Anstieg der Bevölkerung in erster Linie auf die Wanderungsbewegung zu­rück­füh­ren.

Einzig in der Landeshauptstadt Potsdam wurden mehr Menschen geboren als starben. Die Havelstadt wies einen Geburtenüberschuss von 390 Menschen auf. Potsdam ist außerdem die jüngste Verwaltungseinheit im Vergleich der Kreise und kreisfreien Städte. Das Durchschnittsalter liegt dort bei 42,7 Jahren, gefolgt vom Havelland mit 45,7 Jahren.

Die Kreise Oberhavel und Barnim liegen noch unter dem Landesdurchschnitt von 46,9 Jahren. Am Ende der Tabelle rangiert die Lausitz. Für Spree-Neiße wurde ein Durchschnitt von 49,3 Jahren errechnet; Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sind nahezu gleichauf, die Prignitz und die Uckermark nur geringfügig jünger. Das Statistik-amt errechnete außerdem, dass das durchschnittliche Alter der Brandenburger 2016 gegenüber dem Vorjahr um 32 Tage angestiegen ist.

Allein im letzten Quartal 2016 zogen 20 270 Personen nach Brandenburg, davon wurden 7156 als Ausländer angegeben. 4674 Ausländer verließen im selben Zeitraum Brandenburg. Von den Zuzügen profitiert nicht nur der sogenannte Speckgürtel rund um Berlin. Auch in die Prignitz und in die Lausitzkreise kamen jeweils mehr als 400 Menschen.

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef im Landtag, Henryk Wichmann, betonte, dass so viele Kinder geboren werden wie seit 27 Jahren nicht und dass immer mehr Brandenburger in ihre Heimat zurückkehren. Mittlerweile scheint das Wachstum ein dauerhafter Trend geworden zu sein, sagte er. Die rot-rote Landesregierung müsse endlich in dieser Realität ankommen und „aus ihrem jahrelangen Schrumpfungstraum erwachen“, so Wichmann. Die gescheiterte Kreisreform war in erster Linie mit der sinkenden Bevölkerungszahl begründet worden. Laut Wichmann muss der Landesentwicklungsplan jetzt angepasst werden und Wohnungsbau in allen Landesteilen ermöglichen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller sprach von großen Herausforderungen: Für mehr Schulen und Kitas sorgen, aber gleichzeitig die Versorgung der älter werdenden Bevölkerung mit Ärzten, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu garantieren.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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