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Erster runder Tisch zur Zukunft der Tangersdorfer Heide

17.05.2010 | Alt Placht

Meiner Einladung zu einem ersten runden Tisch zur Zukunft der Tangersdorfer Heide sind zahlreiche Vertreter gefolgt. So waren neben einem kompetenten Vertreter des Finanzministeriums des Landes Brandenburg auch Vertreter der BBG sowie der Landesforstverwaltung mit in Alt Placht dabei, um mit den ebenfalls erschienenen Bürgermeistern der Städte Templin, Fürstenberg und Lychen sowie den Vertretern der Naturparkverwaltung über die weiteren Schritte gemeinsam zu diskutieren. Mit dabei waren auch die Ortsvorsteher der unmittelbar angrenzenden Dörfer Beutel, Annenwalde, Himmelpfort, Bredereiche und Burgwall.

Erstmals waren in dieser Frage somit alle Pareteien an einem Tisch. Dabei wurde deutlich, dass viele Fragen im Zusammenhang mit dem vom Land beabsichtigten Verkauf der insgesamt ca 1200 ha großen Tangersdorfer Heide nach wie vor nicht zufriedenstellend für unsere Region beantwortet werden konnten. 665 ha wurden erst kürzlich an die Stiftung Naturlandschaften verkauft, ohne die Vertreter der Region in irgendeiner Weise mit einzubeziehen. Hierzu muss allerdings noch die Zustimmung durch den Finanzausschuss des Landtages erfolgen. Mein Ziel ist es, für diese Flächen wenigstens die öffentiche Zugänglickeit grundbuchlich sicher zu stellen. Hierfür gibt es wahrscheinlich auch Mehrheiten im Landtag. Schließlich sind die drei angrenzenden Städte Templin, Fürstenberg und Lychen wichtige Erholungsorte für das Land Brandenburg und insofern auch auf ein dichtes Wanderwegenetz angewiesen. Daneben sind auch die Einheimischen auf den Wald als Naherholungsgebiet angewiesen. Das Finanzministerium und die BBG haben heute versprochen, im Rahmen der Verkaufsverhandlungen darauf hinzuwirken, dass die vorhandenen Wanderwege grundbuchlich so gesichert werden, dass auch der neue Eigentümer diese Wege zugänglich halten muss. Wenn da nicht noch das Problem mit der Munition wäre, denn nur frei geräumte Wege sind auch frei zugänglich, unabhängig von dem was im Grundbuch steht.

Die restlichen Flächen von ca. 250 ha sollen demnächst durch die BBG veräußert werden. Mein Anliegen war es, hierzu im Vorfeld alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, um über die beste Lösung für die Region zu diskutieren. Ich denke dass wenigstens die restlichen Waldflächen für eine sinnvolle forstwirtschaftliche Nutzung im Landeseigentum geeignet sind und hierfür erhalten werden sollten. Darüber nachzudenken, hat der Vertreter des Finanzministeriums immerhin zugesagt.
Ich denke, dass bei einem gesunden Ausgleich zwischen Naturschutz auf der einen und Waldwirtschaft auf der anderen Seite, die Akzeptanz für die Veräußerung und den Naturschutz in der Bevölkerung leichter zu finden sein wird.

Das große Problem sind jedoch die Munitionsaltlasten auf den Flächen des ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatzes. Die Landesregierung beabsichtigt bekanntlich nicht, sämtliche vorhandene Munition zu beräumen und erhofft sich durch einen Verkauf an die Stiftung Naturlanschaften dieses Problem loszuwerden. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Damit greift die Landesregierung aber eindeutig zu kurz, denn die Munition bleibt und die damit verbundenen Probleme mit dem Brandschutz und Gefahren für Leben und Gesundheit der Bürger die den Wald betreten, bleiben auch. Niemand kann verantworten, dass unsere Feuerwehrleute im Falle eines Waldbrandes in die munitionsbelasteten Flächen marschieren, um das Feuer zu bekämpfen. Dazu kommt, dass die anliegenden Orte teilweise so dicht an die Sperrzonen angrenzen, dass mit dem Löschen also erst kurz vorm Ortseingang begonnen werden kann und gegenwärtig im Ernstfall ganze Dörfer evakuiert werden müßten.

Beim Runden Tisch heute ist leider auch deutlich geworden, dass die Zusage des Finanzministers Helmut Markov (die Linke), die er mir im April in Potsdam gemacht hat, die Verkaufserlöse in Höhe von 650000 EUR zu investieren, um wenigstens in einen Randstreifen um die Tangersdorfer Heide herum die Munition zu beräumen und damit den Sicherheitsabstand zu den angrenzenden Gemeinden Tangersdorf, Annenwalde, Beutel und Himmelpfort zu vergrößern, nur teilweise ausreichen wird. Nach neuesten Schätzungen werden allein zur Beräumung dieses Schutzstreifens deutlich größere Beträge erforderlich sein. Die Rede war heute von mindestens 2,5 Millionen EUR. Hier erwarte ich als Landtagsabgeordneter und erwarten auch die heute anwesenden Vertreter der Region ein Entgegenkommen des Landes, um wenigstens dieses Zeil zu erreichen um damit die Sicherheit der Anlieger und benachbarten Waldeigentümer vor den Gefahren des ungehinderten Waldbrandes zu erhöhen.

Fazit: Es bleibt noch viel zu tun. Meine drei Kernforderungen lauten:

1. die restlichen Flächen für die die Fortswirtschaft möglichst im Landeseigentum zu erhalten und nicht auch noch an den Naturschutz zu verkaufen
2. wenn die Restflächen verkauft werden, müssen wenigstens die Wanderwege durch das Land grundbuchlich gesichert und von Munition frei geräumt werden
3. der 1000 m Randstreifen um die Tangersdorfer Heide herum muss dringend von den Munition befreit werden.

Hierfür werde ich mich in den kommenden Monaten einsetzen und hoffe auf die Unterstützung meines Kollegen Torsten Krause.


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