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Integration mal andersrum – Gordon Hoffmann und Henryk Wichmann zu Besuch in der Waldhofschule Templin

26.05.2010 | Templin

Wie können behinderte Kinder und Jugendliche an Regelschulen integriert werden? Seit der Unterschreibung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist das eine Frage, der wir uns auch in Deutschland immer mehr stellen müssen. Einen ganz eigenen Weg hat dabei die Waldhofschule von Templin gefunden. Ursprünglich als Schule für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gegründet, begann man hier vor einigen Jahren auch Regelschüler zu integrieren.


Um sich mit diesem einzigartigen Konzept vertraut zu machen, besuchten die beiden Landtagsabgeordneten Gordon Hoffmann und Henryk Wichmann diesen Mittwoch die Waldhofschule. Im Gespräch mit der stellvertretende Schulleiterin Antje Uibel steht zunächst die Organisation eines solchen Unterrichtskonzeptes im Mittelpunkt. „Von 18 Kindern pro Klasse hat die Hälfte einen, bereits vor der Einschulung diagnostizierten, Förderbedarf. Dadurch ist es uns möglich, zwei Klassen von je 18 Schülern mit insgesamt fünf Lehrern zu beschulen. Dabei ist insbesondere die Teamarbeit unter den Lehrern äußerst wichtig“ so Antje Uibel. Insgesamt nennt die Schulleiterin drei grundlegende Voraussetzungen um eine inklusive Beschulung erfolgreich durchzuführen: „Zum einen gut ausgebildetes Lehrpersonal, zum anderen eine gute Ausstattung der Schule und zum dritten die notwendigen Räumlichkeiten. So verfügt jede Klasse bei uns über ein Klassenzimmer und einen dazugehörigen Gruppenraum.“ Diese allmählich gewachsenen Strukturen sind dabei immer in Zusammenarbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern entwickelt worden.


Im Anschluss an das Gespräch zeigt dann die Schulsprecherin Picabo Winands aus der 6. Klasse, den beiden Abgeordneten das Schulgebäude. Gordon Hoffmann, der Sprecher für Bildungs- und Jugendpolitik der CDU-Landtagsfraktion ist dann auch gleich begeistert. „Wenn inklusive Beschulung so vollzogen wird, kann es für Schüler mit und ohne Förderungsbedarf eine echte Bereicherung sein. Ich halte jedoch wenig davon, wie vom Bildungsministerium vorgesehen, einfach die Förderschulen zu schließen und die Förderschüler an die Regelschulen zu schicken. Das wird meines Erachtens beiden Gruppen nicht gerecht.“
 


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