Presse 2011

Kandidaten-Trio ausgefragt

02.09.2011 | www.maerkischeallgemeine.de

FÜRSTENBERG - Eineinhalb Wochen vor der Wahl des Bürgermeisters hatten die Fürstenberger vielleicht letztmalig vorm 11. September Gelegenheit, die Kandidaten gemeinsam zu erleben, ihnen Fragen zu stellen. Amtsinhaber Robert Philipp und seine Herausforderer Heiko Körner und Raimund Aymanns wurden zunächst vom Moderator des Abends – Gransees Redaktionsleiter Bert Wittke – gebeten, Stellung zu den wichtigsten kommunalpolitischen Themen in Fürstenberg zu beziehen: Finanziell war und ist Fürstenberg nicht auf Rosen gebettet. Wie lässt sich daran etwas ändern? Heiko Körner ist sehr wohl der Meinung, dass über Ausgabenreduzierungen nachgedacht werden müsse. „Aber es ist falsch, so etwas durch das Abschalten von Straßenbeleuchtung erreichen zu wollen.“ Auch Raimund Aymanns hält es für richtig, über jede Ausgabeposition nachzudenken. „Aber es ist auch notwendig zu investieren.“ Robert Philipp verteidigte seine Politik der Schuldenreduzierung, um die Belastung durch Tilgung und Zinsen zu verringern. Gleichzeitig möchte auch er die Investitionsquote so hoch wie möglich halten. Einig sind sich alle darin, dass die Kooperation im Mittelzentrum Einsparpotenziale für die Verwaltungen in Fürstenberg, Zehdenick und Gransee bietet.

Seit der Linienbestimmung ist Fürstenberg in Sachen B-96-Ortsumgehung keinen Schritt vorangekommen. Raimund Aymanns hat den Eindruck, dass das Thema keinen außerhalb von Fürstenberg interessiert. Heiko Körner fordert, dass die Ortsumgehung von der Prämisse „B-96-Ausbau von Süd nach Nord“ abgekoppelt wird. Außerdem sei es an der Zeit, sich mit den Nachbarkommunen – auch in Mecklenburg-Strelitz – zusammenzuschließen, um den Druck zu erhöhen. Robert Philipp warnte davor, Variantendiskussionen wieder aufleben zu lassen. „Wir müssen mit einer Zunge reden, jeder kann seine Verbindungen nutzen, um auf die Dringlichkeit der Umfahrung aufmerksam zu machen.“

Als Glanzleistung von Raimund Aymanns und Heiko Körner bezeichnete Robert Philipp die Ergebnisse der Altstadtsanierung. 14,7 Millionen Euro sind investiert worden. Aber es ist hier und da auch noch etwas zu tun. Auffallendstes Beispiel schon wegen ihrer Größe ist die Burg, die zusehends verfällt. Heiko Körner sprach sich für eine Bestandssicherung und parallel dazu die Erarbeitung eines Nutzungskonzepts aus. Für eine konzeptionelle Betrachtung sind schon 15 000 Euro im Haushalt eingestellt, informierte Robert Philipp. Raimund Aymanns ist auch für eine Bestandssicherung, möchte das weitere Vorgehen aber als Aufgabe der nächsten Generation überlassen.

Tourismusförderung wird in Fürstenberg schon lange groß geschrieben. 40 Prozent der Arbeitnehmer in Fürstenberg haben direkt oder indirekt mit dem Tourismus zu tun, so Robert Philipp. Schon deshalb sei dieser Wirtschaftszweig nicht zu trennen von den anderen Bereichen im Handwerk und Gewerbe. Letztere will Heiko Körner gegenüber dem Tourismus keinesfalls vernachlässigt sehen. Er findet, dass in Sachen Erholungsort die Stadt das Heft wieder in die Hand nehmen und erneut einen Antrag auf diesen Titel stellen muss.

In den Fürstenberger Ortsteilen sei viel passiert, aber es gebe auch Nachholebedarf, konstatierten die Kandidaten. „Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem sich sagen lässt, man hat genug investiert“, so Heiko Körner. Er denke da beispielsweise an die Brücken in Altthymen.

Nach der Fragerunde der MAZ hatten die Bürger das Wort. Hansjürgen Dünnbier forderte mehr Aufmerksamkeit für den Wald. Der sehe nach dem Holzeinschlag aus wie bei „Hempels unterm Sofa“ findet Raimund Aymanns. Und auch Heiko Körner ist der Ansicht, dass zumindest für den Stadtwald die oberste Priorität nicht der ökonomische Ertrag sein sollte. Robert Philipp findet den jetzigen Zustand des Waldes ebenfalls unbefriedigend und versprach, nach Möglichkeiten zu suchen, das, was die Bürger ärgert, abzustellen.

Die Absicht, die heimatkundliche Sammlung der Stadt nach Neustrelitz zu geben, stößt bei vielen Fürstenbergern auf Widerstand. Auch Heiko Körner und Raimund Aymanns plädierten eindeutig dafür, sie in Fürstenberg zu belassen. „Und zwar unter dem Dach des Forstmuseums“, so Heiko Körner.

Michael Wittke stellte dann eine Frage, die ideal für den Abschluss des Wahlforums war: Worin unterscheiden sich die Kandidaten? Robert Philipp: „Ich habe die westlichste Biografie, bin konstant in Fürstenberg unterwegs und ansprechbar.“ Heiko Körner: „Ich habe die östlichste Biografie, die längste Rathauserfahrung, aber keine Erfahrung als Leiter der Verwaltung. Ich habe unter den beiden anderen Kandidaten gearbeitet.“ Raimund Aymanns: „Ich bin der einzige unabhängige Kandidat, der von keiner Partei oder Wählergemeinschaft unterstützt wird.“

 

Quelle: Dieser Artikel ist erschienen in der Märkischen Allgemeine - Lokalausgabe Oberhavel am 02.09.2011. Den vollständigen Artikel lesen Sie unter folgendem Link:www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12164783/61129/Robert-Philipp-Heiko-Koerner-und-Raimund-Aymanns-zu.html


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