Presse 2011

Warnung vor Va-banque-Spiel

18.04.2011 | Lychen - Templiner Zeitung

Auch die von CDU-Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann initiierte Informationsveranstaltung zur Finanzierung des geplanten Kitabaus in Lychen am Freitagnachmittag schien wie das Hornberger Schießen auszugehen. "Wir wissen jetzt genauso wenig, wie es weiter geht, wie vorher", hieß es von vielen. Allerdings hatten sich Beigeordneter Bernd Brandenburg aus der Kreisverwaltung und sein Landrat alle Mühe gegeben, klar zu machen, was nicht geht: "Pokern Sie nicht mit ungedeckten Schecks!" riet ihnen der neue Mann von der Kommunalaufsicht.

Und Landrat Dietmar Schulz beschwor die Lychener, sich endlich klar zu positionieren, dafür eine Gesamtfinanzierung samt genehmigungsfähigem Haushalt vorzulegen und Hoffnungen auf ILE/Leader-Mittel in diesem Jahr endgültig zu Grabe zu tragen.

Auch für das kommende Jahr sei es ein Va-banque-Spiel, darauf zu vertrauen. Schließlich befinde man sich am Ende einer Förderperiode. Das ILE-Programm sei schon für 2011 überzeichnet. Das Land müsse sparen. Mehr Mittel seien bestimmt nicht zu erwarten. Ein festes Budget für die Lokale Aktionsgruppe gebe es nicht. So habe er Sorge, dass nicht nur die ILE-Mittel ausbleiben, sondern "am Ende gar nichts passiert". Lychen drohe, dass ihm die bereits bewilligten 500

000 Euro Fördermittel wieder entzogen werden könnten, weil die Stadt nicht rechtzeitig ein durchfinanziertes Projekt vorlegen könne und andere Kindereinrichtungen im Landkreis ebenfalls Baubedarf angemeldet hätten, bestätigte Jugendhilfeausschussvorsitzender Henryk Wichmann. Er müsse im Mai Klarheit haben, um die Mittelausreichung an Lychen weiter rechtfertigen zu können.

Doch so viel Politiker und Verwaltungsspitze auch um Einsicht warben, die Mehrheit der Besucher schien nicht einsehen zu wollen, was ihnen das "Präsidium" als vernünftige Lösung zu suggerieren suchte: Die bewilligten Fördermittel für den Kitateil der Unter-Dreijährigen in Hohenlychen anzubauen. Versüßt mit der wagen Hoffnung, den Ü3-Bereich 2012 möglicherweise doch noch am Cohrsstift errichten zu können, falls ein ILE-Wunder geschehe. Aber was, wenn nicht? Werde dann die Notlösung zur Endlösung, fragten nicht nur Erzieher im Saal.

Ein Lychener fasste die Situation so zusammen: Er sei zwar Befürworter des Standortes Cohrsstift. "Aber sollten wir den nicht aufgeben, wenn wir die Kohle dafür nicht haben?"

Andere befürchteten, dass wegen fehlender belastbarer Planungen die Kosten für den Standort Hohenlychen genauso aus dem Ruder laufen könnten. Da wäre dann der Cohrsstift noch die sicherere Variante.

Kita-Erzieher berichteten von Bauschäden nd Schimmel im Provisorium und zu kleinen WCs für die Kinder, die auch in der Bauphase ein Recht auf gute Betreuung hätten. Ganz zu schweigen von der Gefahr, die Anerkennung als Kneipp- und Integrationskita zu verlieren, erinnerte Kitaleiterin Rempt.

Dieser Artikel erschien im Uckermark Kurier, in der Lokalausgabe Templiner Zeitung am 18.04.2011. Von Sigrid Werner.

Quelle: http://www.nordkurier.de/lokal.php?objekt=nk.lokales.templin&id=808869


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