Bevölkerungsprognose gibt Kreisreformgegnern Auftrieb

26.11.2015 | Potsdam/Uckermark

Brandenburg verliert bis 2040 deutlich an Einwohnern - aber nicht ganz so schnell wie bislang erwartet. Bis zum Jahr 2018 werde die Zahl der Einwohner sogar noch leicht auf 2,5 Millionen steigen, sagte Jürgen Paffhausen, Referatsleiter beim Landesamt für Statistik Berlin-Brandenburg, am Mittwoch in Potsdam. Nach der jüngsten Bevölkerungsprognose soll die Zahl der Brandenburger dann aber auf 2,3 Millionen bis 2030 und knapp 2,1 Millionen im Jahr 2040 sinken.

Die neue Prognose war mit Spannung erwartet worden, weil die rot-rote Landesregierung wegen des Rückgangs der Bevölkerung die Verwaltung straffen will. Statt der bislang 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte soll es nach 2019 nur noch zehn regionale Verwaltungen geben. Dagegen gibt es heftigen Widerstand von Kommunalpolitikern und Bürgern. Die Prognose könnte Forderungen der CDU-Opposition Auftrieb geben, wegen der Vielzahl von Flüchtlingen die Reform zumindest zu verschieben. "Auf keinen Fall rechtfertigen die Zahlen eine am Reißbrett entworfene Kreisgebietsreform in Brandenburg" , sagte der Lychener CDU-Abgeordnete Henryk Wichmann. Da der Bevölkerungsrückgang langsamer als erwartet verlaufe, gebe es nun genügend Zeit, Maßnahmen zu entwickeln, dem Auseinanderdriften zwischen Speckgürtel und ländlichem Raum zu begegnen. Völlig un- klar ist, welche Auswirkungen der Zuzug der Flüchtlinge hat. Daher haben die Statistiker eine zweite Rechnung aufgemacht, mit der Annahme, dass der derzeitige Zustrom von Flüchtlingen nur langsam abflaut. "Dann wäre der Bevölkerungsverlust deutlich geringer, bis 2040 wären es dann 2,3 Millionen statt 2,167 Millionen Bürger", sagte Paffhausen.

Weiterhin verlassen viele junge Brandenburger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren das Land. Dafür registrierte das Statistikamt von 2009 bis 2013 einen starken Zuwachs bei älteren Bürgern zwischen 30 und 45 Jahren. Es wachsen vor allem die Gemeinden im Speckgürtel: 2040 sollen fast eine Million Menschen dort leben und 1,2 Millionen im ländlichen Raum. Je weiter die Region von Berlin entfernt ist, desto größer soll der Bevölkerungsverlust sein: Der größte Rückgang wird mit 29 Prozent im Kreis Spree-Neiße vorhergesagt, auch die Prignitz, EIbe Elster, die Uckermark und Oberspreewald-Lausitz sollen etwa ein Viertel ihrer Einwohner verlieren.

Quelle: Diese Artikel erschien in der Templiner Zeitung im Uckermark Kurier.

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