Bewegender Abschied von Erich Köhler

08.02.2016 | Himmelpfort/Bredereiche

Begraben wurde Erich Köhler auf dem Friedhof von Bredereiche. Zu denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen, gehörten der Granseer Amtsdirektor Frank Stege, der Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann (CDU), der Fürstenberger Rathauschef Robert Philipp (parteilos), der Himmelpforter Kreistagsabgeordnete Lothar Kliesch (SPD) sowie mehrere Ortsvorsteher aus der Region, Vertreter von Gemeindekirchenräten und Pfarrer aus der näheren Umgebung.

Bevor der mit 81 Jahren Verstorbene zu Grabe getragen wurde, hatte es in der Klosterkirche von Himmelpfort eine bewegende Trauerfeier gegeben. Es war der Wunsch von Erich Köhler gewesen, dass die Andacht in dem Ortsteil stattfinden solle, für den er während seiner Zeit als Pfarrer mitverantwortlich war. An beiden Seiten des Sarges bildeten vier Angehörige der Feuerwehr ein Ehrenspalier. Es war die Referenz an einen Menschen, dem besonders das Gemeinwohl am Herzen lag.

Die Klosterkirche schien aus allen Nähten zu bersten. Einige Trauergäste mussten sogar stehen. Nach dem Lied "Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand", ergriff Thomas Köhler das Wort. Der Sohn von Erich Köhler, bekannt als Pfarrer in Oberhavel und nun Superintendent im Kirchenkreis Niederlausitz in Lübben, hatte bereits anlässlich des 80. Geburtstages seines Vaters den Gottesdienst geleitet. Nun hatte er es sich nicht nehmen lassen, auch den Trauergottesdienst zu gestalten.

"Danke für alles. Danke, dass es Dich gegeben hat. Danke für Deine Liebe. Danke, danke, danke ...!" mit diesen Worten erwies der Sohn seinem Vater die letzte Ehre. Thomas Köhler berichtete, dass sein Vater am 10. Mai 1934 in Schwarzenberg geboren wurde, wo er auch die Schule besuchte. Den Weg zur Kirche fand er in der Methodistengemeinde. Doch bald merkte er, dass diese Gemeinschaft nicht seins war. "Es war die Gradlinigkeit meines Vaters, die Zweifel aufkommen ließen, ob dieser Weg der Richtige ist."

Später besuchte Erich Köhler das Paulinum in Berlin, eine evangelische Ausbildungsstätte. Er lernte seine Frau Brunhilde kennen, mit der er 54 Jahre verheiratet war. Die Ehe fand ihre Erfüllung in der Geburt von vier Kindern, die mit deren Ehepartnern und zehn Enkeln und einem Urenkel eine große Familie bilden.

Die erste Pfarrstelle von Erich Köhler war Wichmannsdorf in der Uckermark. Es folgten Prenzlau und schließlich Bredereiche. Thomas Köhler berichtete, dass sein Vater ein streitbarer Geist gewesen sei. "Er war ein Mensch der klaren Worte, und es gab Höhen und Tiefen", so der Sohn. "Unbequeme Wahrheiten hat er einfach angesprochen." Er sei ein Macho, habe einmal jemand gesagt - aber ein lieber.

Doch Thomas Köhler wusste noch mehr über den Verstorbenen zu erzählen: Dass dieser die Verbindung zu seiner Heimat, dem Erzgebirge, nie aufgegeben hat. Dass er Freundschaften pflegte und stolz auf seine Kinder und Enkel war, ohne dass er das ihnen direkt sagte, und dass ihm die Ortsgeschichte besonders am Herzen lag. "Seine letzte Arbeit, die Geschichte des Pfarrhauses, liegt noch auf dem Schreibtisch", so Thomas Köhler.

Auch der Nachfolger von Erich Köhler fand Worte der Anerkennung für den Verstorbenen. Pfarrer Gernot Fleischer würdigte Erich Köhlers politisches Engagement als Bürgermeister und bezeichnete seinen Vorgänger als "einen aufrichtigen Diener Gottes", der sich um die Jugend- und Frauenarbeit in der Gemeinde gekümmert hat. Erich Köhler sei ein kühler Kopf gewesen, der aber auch Humor besessen habe. "Einer seiner Verdienste ist die 2002 erneuerte Verbindungsstraße zwischen Bredereiche und Himmelpfort, aber auch die Kita, die Schule und Feuerwehr habe er stetig unterstützt", sagte Fleischer.

"Wir haben zusammen viele gute Projekte vorangebracht", erklärt Lothar Kliesch, der Ortsvorsteher von Himmelpfort. "Erich Köhler wird uns fehlen." Auch Robert Philipp bezeichnet den Verstorbenen als einen aufrichtigen Weggefährten: "Seine Gradlinigkeit als Mensch, sein gemeinschaftliches Engagement haben mich immer beeindruckt", erklärt der Fürstenberger Bürgermeister. Vor allem sei es aber die Erforschung der Heimatgeschichte gewesen, die dazu beitragen wird, dass die Menschen Erich Köhler in bleibender Erinnerung behalten werden.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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