Schon wieder eine schallende Ohrfeige

16.03.2018 | Prenzlau

Aus allen Nähten platzt Berlin. Doch leere Orte in dünn besiedelten Regionen wie der Uckermark dürfen sich künftig nicht mehr ausdehnen. So will es der neue Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg. Schon seit Monaten laufen dagegen Kommunen und Politiker Sturm. Auch die überarbeitete Fassung fällt im Urteil der Betroffenen durch. Mit deutlichen Worten hat der Kreistag nun eine ähnlich ablehnende Stellungnahme nach Potsdam geschickt. Fazit: Das Papier sei nicht geeignet, eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsstruktur, eine Infrastruktur sowie ein ausreichendes Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu entwickeln. „Wer diesen Plan liest, muss sich ja abgehängt fühlen“, so das Urteil des Kreistagsabgeordneten Hans-Otto Gerlach (CDU). Von einer vertanen Riesenchance spricht der CDU-Landtagsabgeordnete Henryk Wichmann. Das gesamte Papier stamme aus einer Zeit, als Brandenburg noch geschrumpft sei. „Und jetzt wollen uns Leute aus Berlin vorschreiben, wie wir zu wohnen haben.“

Die Empörung ist groß. Vor allem die Beschränkungen von neuen Bauflächen durch den sogenannten Freiraumverbund lösen Ärger aus. Darunter versteht man die Verknüpfung der vorhandenen Großschutzgebiete, die ohnehin einen großen Teil der gesamten Uckermark-Fläche ausmachen. Die Folge: Nur bedingt können Städte und Dörfer Baugebiete ausweisen, die Landwirtschaft wird gestutzt. „Der Entwurf orientiert sich an den Interessen Berlins und seines Umlandes und behandelt im weiteren Metropolenraum die wirtschaftlichen Interessen nicht einmal gleichrangig mit den ökologischen Interessen“, heißt es in der Stellungnahme des Landkreises.

Stattdessen verlangt die Uckermark das Autobahnkreuz zwischen A 20 und A 11 als möglichen Logistikstandort aufzunehmen. Außerdem sollen künftig sogenannte Hauptorte benannt werden, die eine zentrale Funktion der Daseinsvorsorge auf dem Lande haben. Das würde zum Beispiel Gartz oder Gramzow betreffen.

Lediglich in einem wesentlichen Punkt hat die neue Version des Landesentwicklungsplans die Kritik der Region berücksichtigt: Angermünde ist als vierte Uckermark-Stadt in das Netz der Mittelzentren aufgenommen worden. Überholt hat sich die Forderung nach dem zweiten Gleis auf der Stettiner Bahnlinie: Das ist inzwischen beschlossene Sache.

Quelle: dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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